Herkunft

Die Rasse stammt ursprünglich von einer kleinen Atlantikinsel in Frankreich der Île d’Ouessant. Dieser Insel haben die Schafe ihren Namen zu verdanken, auch wenn sie ebenfalls unter der Bezeichnung bretonische Zwergschafe bekannt sind.

Über den Grund für die geringe Körpergröße dieser Schafrasse gibt es verschiedene Meinungen. Zum einen ist das Nahrungsangebot auf ihrer Heimatinsel sehr begrenzt, so dass hier eine natürlich Auslese stattfand. Einige Experten sind der Meinung, dass die großen Böcke geschlachtet wurden und so die Rasse eine immer geringere Körpergröße erreichte.

Im Verlauf des Letzen Jahrhunderts wäre das Ouessantschaf fast vollständig ausgestorben. Grund für diese Entwicklung war die Einkreuzung größerer Rassen. Einige Züchter auf dem französischen Festland ist es aber zu verdanken, dass die Rasse gerettet werden konnte.

Aussehen

Zuchtziel ist ein kleines dabei aber relativ hochbeiniges Schaf mit feinem Kopf, der bei den Böcken leicht geramst sein darf. Weibliche Tiere sind in der Regel hornlos, kleine Hornansätze sind aber kein Fehler. Böcke hingegen haben Hörner mit einer einzigen Windung mit großem Durchmesser und möglichst gutem Abstand zum Kopf. Die Ohren sollen klein, kurz und leicht aufgerichtet sein. Die Oberlinie des Rücken ist im Idealfall gerade, dass Becken groß und der Schwanz endet in der Regel kurz über dem Sprunggelenk. Ausgewachsene Tiere dürfen am Widerrist nicht höher sein als 49 cm (bei den Böcke) bzw. 46 cm (bei den Muttertieren). Leider sind viele Tiere zu hoch, wer geeignete Zuchttiere erwerben möchte muss diesen Punkt beachten.

Die Mehrheit der Schafe dieser Rasse ist schwarz, es kommen aber auch graue, weiße, braune und schimmelfarbige Tiere vor. Wobei letztere nicht in allen Zuchtverbänden erlaubt sind. Bei den männlichen Vertretern der Rasse kommt es zu einer Krawattenbildung. Die Färbung der Wolle soll das gesamte Jahr einheitlich sein, die Krawatte darf etwas dunkler als die restliche Färbung sein. Hörner und Klauen sind bei weißen Tieren hell und bei braunen und schwarzen Tieren dunkel gefärbt.

Es kann vorkommen das Tiere dieser Rasse Glöckchen am Hals haben. Dies sollte vor allem beim Scheren Beachtung finden. Viele Züchter versuchen, die Glöckchen heraus zu züchten.

Zucht

Ouessant sind streng saisonal, die Brunft ist von Oktober bis Januar. Aus diesem Grund können die Böcke das ganze Jahr in der Herde mitlaufen und die Lämmer werden anschließend in der Regel im Frühjahr geboren. Die Muttertiere bringen meistens Einlinge zur Welt, Zwillingsgeburten sind auch als Zuchtziel nicht wünschenswert.

Nutzen

Als Fleischlieferant bieten sich diese kleinen Schafe auf Grund ihres geringen Gewichts nicht an, auch wenn einige das Fleisch der Ouessantschafe als sehr lecker, da wildartig im Geschmack, einordnen.

Die kleinen Schafe werden vor allem in der Landschaftspflege eingesetzt, da sie aber auch auf kleinen Flächen gut gehalten werden können, finden sich in den letzten Jahren immer mehr Liebhaber die Kleingruppen dieser Rasse halten.