Krankheiten

Auch wenn Ouessantschafe eine sehr ursprüngliche und robuste Rasse sind, können auch bei den kleinen Schafen Krankheiten auftreten, die man schnellstmöglich behandeln sollte. Im Zweifel gilt, lieber einmal zu viel den Tierarzt rufen als einmal zu wenig! Daher ist es auch überaus wichtig, sich im besten Fall vor der Anschaffung von Schafen nach einem Tierarzt in der Nähe zu erkundigen, der auch Schafe behandelt. Die Nummer im Handy einzuspeichern und ins Telefonbuch einzutragen kann im Notfall wichtige Zeit sparen und dem Tier das Leben retten.

Durchfall

Leider kann es immer mal wieder vorkommen, dass einzelne Tiere Durchfall bekommen. Gerade bei kleinen Lämmern ist hier schnelle professionelle Hilfe gefragt, da die Tiere sonst dehydrieren können. Bei den Altschafen sollte man überlegen, woher der Durchfall kommen kann. Wurde kurzfristig anders gefüttert liegt der Durchfall oft in dieser Tatsache begründet. Schafe benötigen einige Zeit um sich auf neue Futtermittel einzustellen. Sollte keine Veränderung bei der Fütterung vorliegen, ist zu prüfen, wann die Tiere letztmalig entwurmt wurden und diese Entwurmung aufzufrischen, falls nötig. In der Regel normalisiert sich der Zustand in wenigen Tagen. Bei längerem Durchfall ist unbedingt der Tierarzt hinzu zu ziehen. Gerade im Sommer muss das Tier regelmäßig kontrolliert und im besten Fall am Hintern mit einer Wollschere frei geschnitten werden, um zu verhindern, dass Fliegen ihre Eier dort ablegen und sich so Maden entwickeln.

Bindehautentzündung

Leider habe ich in meiner Herde festgestellt, dass einige Tiere anfällig für Bindehautentzündungen sind. Beim ersten Mal war ich absolut geschockt, da sich bei den Schafen das komplette Auge eintrübt und die Tiere auf diesem Auge wenig bis nichts sehen können, solange die Trübung anhält. Unser Tierarzt hat uns allerdings beruhigt und uns eine Augensalbe verschrieben. Da unsere Schafe nicht zahm sind, hat sich das tägliche einfangen und eincreme als etwas zeitintensiv heraus gestellt. Nach einigen Recherchen und Erfahrungsberichten anderer Schafhalter wurde daher die Vorgehensweise beim nächsten erkrankten Schaf geändert. Vorab aber zu den Symptomen. Meist haben die Tiere einige Tage ein tränendes Auge oder kneifen dieses vermehrt zusammen. Schnell wird das Auge rot und es bildet sich eine milchige Trübung, die sich über das ganze Auge ausweitet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es sieht schlimmer aus als es ist! Die Trübung verschwindet innerhalt einiger Tage vollständig wieder und die Tiere behalten keinen bleibenden Schaden oder ähnliches. Wir handhaben es so, dass wir betroffene Tiere zeitnah einfangen und mit Euphrasia behandeln. Wir bevorzugen Globulis, die Augensalbe aus der Apotheke soll aber die gleiche Wirkung haben. Die Behandlung erfolgt einmalig. Selbstverständlich steht das entsprechende Schaf ab diesem Zeitpunkt unter besonderer Beobachtung. Sollte die Trübung nicht innerhalb von einigen Tagen sichtbar heller werden oder weggehen, bitte unbedingt einen Experten drüber schauen lassen. Wir haben aber festgestellt, dass unsere Schafe auch ohne tägliche Augensalbe gut auskommen und die Bindehautentzündung selbstständig abheilt. Diese Aussage haben wir auch bereits von anderen betroffenen Ouessantzüchtern bestätigt bekommen. Trotzdem gilt, wenn man ein ungutes Bauchgefühl hat oder sich unsicher ist, sich ausgibig informieren und beim Tierarzt um Rat fragen. Zu beachten ist, dass sich andere Tiere relativ schnell anstecken können, so dass man dies beobachten sollte. Was wir allerdings ebenfalls festgestellt haben, wenn die Herde einmal „durchgeseucht“ ist, tritt diese Erkrankung deutlich seltener bis gar nicht mehr auf.

Wichtiges zum Schluss

Der von mir verfasste Text basiert lediglich auf persönlichen Erfahrungen in der Haltung von Ouessantschafen und ersetzt selbstverständlich nicht den Besuch eines Tierarztes!