IGOU Treffen 2017

Treffen der Interessengemeinschaft Ouessantschaf e.V

29.09.2017 – 01.10.2017 in Remscheid

Vom 29.09.-01.10.2017 findet das diesjährige Treffen der Interessengemeinschaft Ouessantschaf e.V. (kurz IGOU) statt. Zum ersten Mal möchte ich an einem solchen Treffen als Aussteller teilnehmen, nachdem ich bereits 2015 als Zuschauer vor Ort gewesen bin.

Vorbereitung

Nachdem die Einladung zum diesjährigen Treffen im Sommer veröffentlicht wurde, habe ich mir die Tiere meiner Herde geschnappt, die ich gerne auf dem Treffen ausstellen wollte und habe sie vermessen und die Zähne kontrolliert. Hier sind leider bereits einige Tiere durchgefallen, entweder auf Grund der Größe oder wegen ihrer Zahn- oder Hornstellung. Gerade bei Kiron ist es sehr schade, dass seine Hörner nicht symetrisch sind. Ich hätte ihn gerne mitgenommen.

Schließlich habe ich mich für insgesamt 10 Tiere entschieden. Neun weibliche Tiere und ein Bock wurden zum Treffen in Remscheid angemeldet. Bei einem Großteil der Tiere habe ich mir keine Platzierung im vorderen Bereich ausgerechnet, aber ich wollte gerne eine unabhängige Meinung zu ihren Stärken und Schwächen hören.

Da die Tiere beim Treffen an der Leine im Ring geführt bzw. gehalten werden müssen, stand Leinentraining auf dem Programm. Insgesamt ca. 10 Mal habe ich mit jedem Schaf kurz geübt um sie an das Halsband zu gewöhnen. Da meine Schafe nicht handzahm sind, waren die ersten Einheiten etwas abenteuerlich. Hier konnte man deutlich die unterschiedlichen Charaktäre beobachten. Einige haben sich ganz schnell mit der neuen Situation abgefunden, andere waren anfangs gar nicht zu beruhigen.

Weiterhin habe ich eine Liste mit Dingen und Unterlagen zusammengestellt, die ich unbedingt zum Treffen mitnehmen wollte. Ich bin ein kleiner Perfektionist und daher in der Regel lieber zu gut vorbereitet als zu schlecht.

14 Tage vor der Veranstaltung mussten die Schafe mit Butox behandelt werden, was dank dem Hund recht schnell erledigt war. In diesem Zuge gab es auch noch eine Pediküre für die Damen und den Herrn und bei Bärbel  musste leider noch ein kleiner „Formschnitt“ sein, da sie im Frühjahr selbstständig ihre Wolle verloren hat und diese nicht ganz so schön nachgewachsen ist.

Zwei Tage vor dem Treffen stand dann „Tasche packen“ auf dem Programm. Neben den Halsbändern und den Leinen wurde auch Kraftfutter als Bestechung und Olivenöl für Solos Hörner sowie ein Lappen eingepackt. Die Klauenschere durfte, für alle Fälle, natürlich nicht fehlen und auch Blauspray hatte ich dabei. Weil meine Schafe in der Regel nur eine Ohrmarke tragen, ich aber unsicher war, ob sie bei dem Treffen vielleicht Beide tragen müssen, fand sich auch die Ohrmarkenzange und die zweiten Ohrmarken mit im Gepäck. Extra neu gekauft hatte ich drei Heunetze und Wassereimer, da im Vorfeld nicht feststand, wie viele Boxen meine Tiere beziehen würden.

Freitag

Am Freitag war dann Anreise. Wir hatten uns zum Helfen angeboten, daher haben wir zeitnah die Schafe verladen, noch zwei Ballen Heu eingepackt (wie gesagt, man kann nie wissen) und sind Richtung Remscheid aufgebrochen. Freitag war Aufbau der Buchten und Ankunft der Züchter und ihrer Schafe. Nachdem alles Aufgebaut war, wurde eingestreut und Heu und Wasser verteilt und natürlich die Schafe ausgeladen. Dabei durften neugierige Blicke in die fremden Buchten natürlich nicht fehlen. Besonders die Böcke waren toll anzusehen. Es wurden erste neue Bekanntschaften geschlossen und man kam direkt mit vielen Gleichgesinnten ins Gespräch. Zu keinem Zeitpunkte hatte ich das Gefühl als Neuling ein Außenstehender oder nicht willkommen zu sein. Ganz im Gegenteil. Durch den kleinen Kreis der Züchter kam man schnell mit jedem ins Gespräch. Da wir am Freitagabend nach Hause gefahren sind, haben wir das Messen und Wiegen der Schafe leider verpasst. Ich habe mir aber geschworen, im nächsten Jahr bei dieser Gelegenheit definitiv vor Ort zu sein.

Samstag

Samstagmorgen stand dann aber schon fest, alle Schafe sind im Maß und dürfen ausgestellt werden. Zugegebenermaßen war dies meine größte Sorge, da meine Schafe teilweise doch eher an der oberen Grenze liegen. Zum Glück hat mein Gefühl mich diesbezüglich getäuscht. Trotzdem werde ich mir für das nächste Jahr eine entsprechende Vorrichtung anschaffen, um die Schafe im Vorfeld vernünftig messen zu können.

Vor Beginn gab es dann vom 1. Vorsitzenden der IGOU den Katalog und die entsprechenden Nummern, die natürlich noch an den Schafen befestigt werden wollten. Über Nacht hatte sich auch der ein oder andere noch ein wenig mit Heu parniert, so dass ich mir von einem Züchterkollegen eine Bürste leihen musste. Noch so eine Kleinigkeit, die im nächsten Jahr im Gepäck bestimmt nicht fehlen wird!

Bei regnerischem Wetter  ging es dann gegen 11 Uhr mit der Bewertung der Schafe los.  Traditionell wurden erst die Böcke bewertet, ehe die weiblichen Tieren an der Reihe waren. Mein erster Einsatz stand also in der Gruppe braune & weiße Jährlingsböcke auf dem Programm. Solos Einsatz. Der Bursche hat alles ganz brav über sich ergehen lassen und keinen Quatsch gemacht. Auf Grund der abgebrochenen Hornspitze bekam er die 1c Prämie von drei Böcken in dieser Klasse. Es gab aber nichts groß auszusetzen und der Siegerbock bekam seine Platzierung in jedem Fall zu recht. Er wirkte deutlich geschlossener und weiter entwickelt als die anderen beiden Böcke.

Nach der Mittagspause wurde es dann etwas hektischer. Neben der normalen Anspannung kam noch hinzu, dass teilweise drei Auen gleichzeitig vorgestellt werden mussten. Aber auch hier wurde man nicht alleine gelassen. Es sprang immer jemand ein, wenn „Not a Mann“ war. Wirklich super toll! Danke auch noch einmal an dieser Stelle an alle, die geholfen haben.

Als nächstes mussten Linda und Jolanta als Halbschwestern gegeneinander antreten. Linda ist optisch nicht mein Typ Schaf, da zu langbeinig und zu schlank und außerdem war sie beim Leinentraining wirklich ziemlich zappelig, so dass ich Jolanta an meinen Freund weitergab und selber Linda vorstellen wollte, um es ihm ein wenig einfacher zu machen. Ich hatte Jolanta mehr Chancen auf eine gute Platzierung zugetraut als Linda. Es kam aber ganz anders. Der Jury fand Linda super und so konnte sie in ihrer Klasse die 1a Prämie bekommen. In der Endausscheidung wurde sie dann Reservesiegerin der Klasse 2 jährige Schafe schwarz. Auch hier war die Siegerin zurecht vorne platziert. Sie wirkte deutlich kompakter als die zierliche Linda. Jolanta bekam in dieser Klasse den 1d Preis, da ihre Wolle nicht geschlossen genug ist und sie etwas mehr Masse haben könnte.

Maybelline mitzunehmen war im Nachhinein nicht die beste Entscheidung. Durch die späte Lammung im Juni war sie noch etwas leicht und auch die Wolle noch nicht schön glänzend wie bei den anderen. Der Grund warum sie mitdurfte ist einfach. Als Lamm ist sie leider sehr schlecht gelaufen und auch aktuell habe ich immer noch das Gefühl sie läuft hinten etwas klemmig. Daher wollte ich diesbezüglich eine Rückmeldung bekommen. Auf Grund ihrer Fitness gab es „nur“ einen 1h Preis aber die Beinstellung wurde in keinster Weise angemerkt, daher bin ich nun etwas beruhigter. Jetzt, vier Wochen nach der Ausstellung sieht sie direkt wieder viel besser aus. Wer weiß, vielleicht darf sie im nächsten Jahr noch einmal mit …

Bei den zweijährigen Schafen braun und weiß wurde Pepper ebenfalls Reservesiegerin. Nachdem sie im Jahr vorher gewonnen hat, unterstreicht dies wohl ihre Qualitäten und ich bin sehr froh, sie in meinem Bestand haben zu dürfen. Vielen Dank noch einmal an ihren Züchter!

Babette und Birte mussten in einer Klasse antreten. Dabei platzierte Babette sich auf 1c und Birte auf 1d. Die zwei Halbschwestern können gewisse Ähnlichkeiten nicht verleugnen. Leider habe beide eher offene Wolle und sind leichter gebaut. An diesem Wochenende wollten die Richter gerne geschlossene Wolle und etwas kräftigere Schafe sehen, daher bin ich mit der Beurteilung der beiden sehr zufrieden und weiß, worauf ich zukünftig achten muss.

In der letzten Gruppe mussten Indira, Liv und Bärbel gegeneinander antreten. Indira konnte, auf Grund ihrer guten Wolle und ihrer Tiefe eine 1b Prämie erreichen, während sich Liv auf 1c und Bärbel auf 1d platzieren konnten. Ein Dank an Stefanie und Armin, die Liv und Bärbel ausgestellt haben. Da Liv ebenfalls auf dem Treffen ihre Besitzerin gewechselt hat bin ich froh, dass sie gut bewertet wurde. Bei Indira muss man zukünftig die Größe ein wenig im Auge behalten.

Schließlich durfte ich noch eine graue Jährlingsaue von einer befreundeten Züchterin ausstellen. Diese erreichte den 1a Preis. Auch auf diesem Wege noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Züchterin!

Bei der Vorstellung der Sammlungen mussten drei Tiere (zwei Auen und ein Bock) ausgestellt werden. Die Besonderheit in dieser Klasse bestand darin, dass mindestens zwei der drei Tiere selber gezogen worden sein mussten. Gleichzeitig durfte die Farbe nur einheitlich sein. Also z.B. drei schwarze Tiere. Hier durfte ich zusammen mit Stefanie und ihrem Freund die Siegergruppe von Armin Bergmann präsentieren.

Es war ein super schöner aber auch anstrengender Tag, der mit der Mitgliederversammlung der IGOU und einem anschließendem netten Beisammensein endete.

Sonntag

Sonntagmorgen war ich definitiv hundemüde. Die ganze Anspannung der letzten Tage war abgefallen und der leckere Weißwein vom Vorabend tat sein übriges. Lange Ausschlafen war aber leider nicht, schließlich mussten in der Halle noch Schafe verladen, Boxen abgebaut und Stroh zusammen gefegt werden. Mit vielen helfenden Händen war aber auch dies schnell erledigt. Endlich durfte ich auch meine fünf neu erworbenen Schafe ausgibig begutachten und schleißlich auf den Anhänger laden. Die Fahrt nach Hause verief zu Glück ganz ruhig, die Schafe waren aber doch eindeutig froh, wieder auf ihrer Wiese und nicht mehr im Stall zu stehen.

Um es kurz zusammenzufassen, es war ein super schönes Treffen, wir haben ganz viele nette Menschen wiedergetroffen oder neu kennengelernt und wahnsinnig viele tolle Ouessantschafe gesehen.

Leider sind die zwei Tage viel zu schnell vergangen und ich war am Samstag so mit Schafe ausstellen beschäftigt, dass ich leider wenig Zeit hatte bei anderen zu gucken oder zu quatschen. Im Nachhinen war es vielleicht nicht die beste Idee direkt 10 Schafe zur Ausstellung anzumelden, dass war zwischendurch ganz schön sportlich, aber hinterher ist man immer ein bisschen schlauer. Im nächsten Jahr sind wird garantiert wieder mit dabei!

Viele, vielen Dank noch einmal an alle, die ich vorher mit Fragen löchern durfte, die mich so nett mit zum Hotel genommen und Schafe festgehalten und ausgestellt haben. DANKE!