Ouessantschafe sind, auf Grund ihrer Herkunft, eine robuste und genügsame Schafrasse. Sie stellen keine großen Ansprüche, sind leichtfüttrig und im Vergleich zu anderen Rassen noch sehr ursprünglich.

Weide

Das Wichtigste bei der Schafhaltung ist eine ausreichende Weidefläche. Es sollte die Möglichkeit gegeben sein, die Wiese in kleinere Teilstücke abgrenzen zu können. Dies kann auch durch einen Elektrozaun (Netz) geschehen. Pro Ouessant rechne ich ihm Jahr mit einer Fläche von etwa 400 m² bis 500 m². Wir haben mehrere Wiesen und Teilstücke, so dass wir in regelmäßigen Abständen wechseln, um den Parasitendruck so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig kann die Wiese sich auf diese Weise erholen und nachwachsen, was gerade bei kleineren Flächen wichtig ist.

Gegen Wind und Regen sollte ein ausreichend großer Unterstand auf der Wiese vorhanden sein. Im besten Fall ist dieser Unterstand an drei Seiten geschlossen, so dass er Schutz gegen Wind bietet. Bäume oder Hecken werden zwar gerne als Windschutz angenommen, ersetzen aber keinen Unterstand. Ich habe einen kleinen Stall, in den ich die Schafe zur Not einsperren kann, was bisher zum Glück nur vor dem Scheren und der Eintragung ins Herdbuch notwendig war. Zusätzlich haben die Schafe auf jeder Fläche neben Bäumen auch immer einen kleinen Unterstand oder kleine Kälberiglus, die aufgesucht werden können. Im Sommer sollte man sehr genau darauf achten, dass auf der Wiese genug Schatten vorhanden ist.

Haltungsform

Schafe sind Herdentiere und somit nur in der Mehrzahl glücklich. Drei Schafe sind das absolute Minimum. Besser sind Herdengrößen ab fünf Tieren. Es ist schön zu beobachten, welche Freundschaften Schafe untereinander schließen. Für Anfänger ist es auch gut möglich eine reine Bockgruppe zu halten, da diese sich untereinander sehr gut verstehen, solange keine Mädels in der Nähe sind.

Futter

Schafe benötigen das ganze Jahr über die Möglichkeit Heu zu fressen, auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie nur im äußersten Notfall auf das Raufutter zurückgreifen. Wenn sie Gras haben, wird dieses deutlich bevorzugt. Neben dem Heu muss selbstverständlich Wasser in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Schafe trinken ungerne abgestandenes oder verdrecktes Wasser, so dass immer dafür Sorge getragen werden muss, dass sie frisches Wasser haben. Ein absolutes Muss sind Minerallecksteine, die ebenfalss ganzjährig vorhanden sein sollten. Bitte immer nur Lecksteine nutzen, die auch für Schafe geeignet sind. Meine Schafe haben einen Mineral- und einen Salzleckstein. Beides wird sehr gut angenommen und muss regelmäßig nachgekauft werden.

Kraftfutter bekommen meine Schafe in sehr kleinen Mengen um sie an mich und einen bestimmten Lockruf zu gewöhnen. Dies allerdings nicht regelmäßig, da sie sehr schnell zu Schreihälsen mutieren, wenn sie sich einmal an das zusätzliche Futter gewöhnt haben.

Gesundheit

Einmal im Jahr, am besten im Juni/Juli müssen Ouessantschafe geschoren werden, dabei kommen die Lämmer aus dem aktuellen Jahr in der Regel ungeschoren davon. Man sagt, dass die Schafe einmal richtig geschwitzt haben müssen, damit die Wolle leichter runter geht. Diese Erfahrung kann ich teilen. Die Schur Anfang Mai war viel zu früh und der Schafscherer hatte ordentlich zu kämpfen. In den Sommermonaten geht die Wolle deutlich leichter runter. Euer Scherer wird es euch danken.

Weiterhin ist eine regelmäßige Kontrolle der Klauen absolut notwendig und Wurmkuren sollten ebenfalls durchgeführt werden. Bei mir steht einmal im Frühjahr und einmal im Herbst eine große Entwurmung an, andere Züchter geben vorher Kotproben beim Tierarzt ab und lassen diese Untersuchen ehe sie entwurmen. Wie und in welchem Rythmus entwurmt wird muss man letzendlich selber entscheiden. Klauen werden bei uns mindestens drei Mal im Jahr geschnitten. Am leichtesten ist es, wenn es vorher einige Tage geregnet hat und die Klauen schön weich sind.