Gedanken

Züchten heißt denken in Generationen!

Viele Leute haben sich gewundert, warum ich mich gleich zu Beginn meiner Schafhaltung für eine Zucht im Herdbuch entschieden habe. Für mich kam aber nichts anderes infrage, denn mein Bestreben war – und ist es immer noch – die Rasseeigenschaften zu erhalten, die diese Schafe für mich so außergewöhnlich machen. Um dies zu gewährleisten und um gesunde Schafe zu züchten braucht man Informationen die generationsübergreifens sind. Als Anfänger habe ich diese Möglichkeit nur in der Herdbuchzucht gesehen, wo über Generationen Stammbäume einsehbar sind und die Nachzuchten in den meisten Fällen begutachtet werden können.

In erster Linie sind Ouessantschafe, schon auf Grund ihrer Herkunft, sehr genügsame und robuste Schafe. Diese Eigenschaft ist für mich ein absolutes Hauptkriterium und sollte auch bei zukünftigen Haltern einen hohen Stellenwert haben. Ich möchte gesunde Schafen züchten, an denen ich und auch die neuen Besitzer sehr lange Freude haben. Um dies zu gewährleisten lege ich besonders viel Wert auf gesunde Klauen und die Zahngesundheit. Leider ist der letzte Punkt nicht so einfach umzusetzen, wie manch Züchter sich dies sicherlich wünschen würden. Trotzdem ist es langfristig erstrebenswert, Schafe zu haben, die auch im höheren Alter noch alle Zähne haben. Neben den Zähnen und den Klauen versuche ich auf ein harmonisches Gebäude zu achten. Krumme Beinchen oder ein überpauter Rücken sollen langfristig kein Zuchtziel sein. Man muss aber auch bedenken, es gibt nicht DAS perfekte Schaf. Irgendeine Schwäche – wenn man es denn unbedingt so nennen möchte – hat jedes Tier und man kann nur immer nach besten Wissen und Gewissen den passenden Deckpartner aussuchen. Und wie sagte ein Züchterkollege einmal so schön: „Es gibt Linien, die passen halt einfach nicht zusammen.“ Ein bisschen Glück gehört also auch dazu.

Eine leichte Geburt ist für mich bei meinen weiblichen Schafen absolut erstrebenswert. Wenn die Muttertiere ohne Komplikationen und ohne menschliche Hilfe ihre Lämmer zur Welt bringen und diese auch groß ziehen können ist das für die Halter eine enorme Entlastung.

Natürlich sollen die Schafe in erster Linie gesund sein, aber auch der Rassestandart darf nicht vernachlässigt werden. Unsere Schafe werden das ganze Jahr im Freien gehalten und müssen sich dementsprechend an alle Wetterbedingungen bei uns am Niederhein anpassen. Daher muss ausreichend schützende Wolle nachwachsen, die vor Regen und Schnee schützt. Sicherlich ist die Größe bei den Zwergschafen ein oft diskutiertes Thema. Auch wenn meine Tiere aktuell noch zum großen Teil am oberen Rand der erlaubten Größen liegen, möchte ich doch als Zuchtziel ein Schaf von mittlerer Größe anstreben. Ein zu kleines Schaf kann eventuell Geburtsprobleme bekommen, so dass ich versuche mich mit meinen Schafen auf ein Maß von um die 44cm bei weiblichen sowie um die 47cm bei männlichen Tieren kommen möchte. Generell mag ich eher kompaktere Schafe, bei denen die Muttertiere eine gewisse Tiefe haben und es so genug Platz für die Lämmer gibt. Bei den Böcken strebe ich Tiere an, deren Hörner einen guten Abstand vom Kopf haben, so dass ein Einwachsen verhindert wird.

Ein gutes Schaf hat keine Farbe, aber trotzdem gefallen mir optisch die braunen und die weißen Tiere am besten. Da es bei beiden Farbschlägen sehr schwer ist geeignete Bocke zu finden, die alle oben genannte Punkte erfüllen oder zumindest teilweise und bei denen nicht die Gefahr einer Inzucht besteht, werde ich gelegentlich auf schwarze Böcke zurück greifen. Da mir der etwas kurzbeinigere und breitere Typ der bretonischen Linien besser gefällt wird dies ein weiteres Zuchtziel sein.

Da man als Züchter leider nicht alle seine Nachzucht behalten kann, erachte ich es als selbstverständlich, dass ich den Interessenten vor und vor allem auch nach dem Kauf gerne jederzeit beratend zur Seite stehe. Gerne überzeuge ich mich auch persönlich oder anhand von Fotos vom neuen Zuhause meiner Tiere und auch nach dem Verkauf freue ich mich über Bilder oder kurze Informationen von den neuen Besitzern. Die Abgabe als Schlachttier kommt in keinem Fall in Frage und ich bin gerne bereit, Tiere aus meiner Zucht wieder zurück zu nehmen, ehe sie zum Wanderpokal werden. Da ein Kauf eines Tieres ganz viel mit Vertrauen zu tun hat liegt dieser Punkt mir besonders am Herzen. Interessenten können sich gerne jederzeit, selbstverständlich auch ganz unverbindlich, einen Eindruck meiner kleinen Herde machen und die Schafe besuchen kommen.