Herdbuchzucht

Herdbuchzucht

Parallel zur Suche nach den ersten Schafen habe ich mich gleich mit dem Thema Herdbuchzucht beschäftigt. Sicherlich werden sich einige (zu Recht) die Frage stellen, wofür so eine Herdbuchzucht gut sein soll und ob ein Anfänger, wie ich es bin, sich gleich mit so einem komplexen Thema befassen sollte. Ein paar Jahre Erfahrung schaden mit Sicherheit nie, aber warum es nicht von Anfang an richtig machen?

Für viele stell sich generell die Frage, lohnt sich der bürokratische (Mehr-) Aufwand (schließlich leben wir immer noch in Deutschland) und die zusätzlichen Kosten die anfallen am Ende überhaupt? Nun, dass man als Schafzüchter nicht reich wird dürfte jedem hinglänglich bekannt sein. Gerade weil Ouessantschafe reine Liebhabertiere sind und wirtschaftlich gesehen keinen großen Stellenwert haben, ist der Markt nicht gerade riesig. Aber eben weil es so viele Hobbyhalter gibt (zu denen ich mich auch zähle) sollte man darauf achten, dass man die Rasse in ihrer Ursprünglichkeit erhält. Leider ist dies oft nicht der Fall, da Tiere zur Zucht eingesetzt werden, die deutlich zu groß sind oder fremde Rassen (oft Skudden) eingekreuzt werden.

Erschwerend hinzu kommt, dass ich ein perfektionistisch veranlagter Mensch bin und es mir zutiefst widerstrebt halbe Sachen zu machen. Aus diesem Grund habe ich mir recht früh für das Jahr 2015/2016 einen gekörten Herdbuchbock (den braunen Jupp) gesichert und mich anschließend auf die Suche nach weiteren geeigneten Tieren gemacht. So setzt sich meine Herde nun aus einigen Herdbuchtieren und Schafen ohne Papiere zusammen. Letztere möchte ich aber gerne ins Vorbuch eintragen lassen um so ein wenig frisches Blut reinzubringen. Es ist leider nicht ganz einfach Muttertiere zu bekommen (verständlich, die Besten behalten die Züchter selber, würde ich ja auch machen, die dann nach Möglichkeit auch aus verschiedenen Linien stammen. Durch die kleine Anzahl an Züchtern in ganz Deutschland sind die Tiere oft miteinander verwandt, so dass man (gerade wenn man die Farbschläge braun und weiß züchten möchte) genau darauf achten muss, welche Schafe man einsetzt.

Dies war ein weiterer Grund für mich, mit der Herdbuchzucht zu beginnen. Ich möchte nicht versehentlich Tiere miteinander verpaaren, die zu eng miteinander verwandt sind. Auch wenn vielleicht in der ersten Generation keine Auffälligkeiten zu sehen sind, so können doch Spätfolgen auftreten oder die nächste Generation kann betroffen sein. Und da ich leider nicht alle meine Tiere behalten kann, möchte ich weitestgehend sicherstellen, dass ich die Schäfchen guten Gewissens in ihr neues Zuhause entlassen kann.

Letztendlich muss aber natürlich jeder für sich entscheiden, ob eine Herdbuchzucht für ihn in Frage kommt oder nicht. Ich werde hier berichten, wie die erste Eintragung durch den Schafzuchtverband abläuft und die, die Fragen rund um den Ablauf haben dürfen sich jederzeit gerne melden.