Lammzeit 2016

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Lammzeit 2016

Nachdem die Lammsaison bei den Coburgern nicht ganz so schön angefangen hat, standen die Schafe die letzten Wochen fast unter Dauerbeobachtung. Ich habe aber wieder festgestellt, es kommt doch immer anders als man denkt.

16.03.2016

Wir waren fest davon überzeugt, dass entweder Nonna oder Femke dieses Jahr die Lammsaison eröffnet. Marie hat unsere Erwartungen am 16.03.2016 etwas durchkreuzt und abends ein wunderhübsches Lamm zu Welt gebracht. Als kleine Wiedergutmachung durften wir bei der gesamten Geburt dabei sein und wenige Meter entfernt zuschauen. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und kaum auf der Welt hat sich die Mutter mehr als vorbildlich um ihr Lamm gekümmert. Im letzten Jahr war sie schon eine absolute Übermutter und auch in diesem Jahr darf niemand der Kleinen zu nahe kommen. Da wird selbst das Lieblingsfutter ignoriert. Erfahrungsgemäß legt sich dieses Verhalten aber und in wenigen Tagen ist Marie vermutlich schon wieder die Alte.

Ich hoffe, dass es ein gutes Zeichen für die weitere Lammzeit ist, dass gleich das erste Lamm ein Mädchen und dann auch noch in der Wunschfarbe braun geworden ist. Jetzt heißt es warten, bis die nächste Dame uns mit einem kleinen neuen Erdenbürger überrascht. Aktuell sind auf jeden Fall noch Nonna und Femke trächtig und dürften eigentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bei Momo, Mia und Lisbet wachsen die Bäuche ebenfalls bereits, so dass ich guter Hoffnung bin. Bei Blanca und Alpina bilde ich mir eine leichte Umfangserweiterung ein, der Rest ist schlank wie eh und je. Ich vermute, dass zumindest Jolanta nicht tragend ist. Bei den anderen rechne ich, sofern sie aufgenommen haben, erst im April/Mai mit den Lämmern.

18.03.2016

Leider ging es nicht so schön weiter wie es angefangen hat. Die kleine Femke hat sich bei der Geburt wohl recht schwer getan, leider hat sie ein totes Lamm auf die Welt gebracht. Der Tag war wirklich nicht besonders schön, ein kleines Trostpflaster ist aber, dass es der Mutter den Umständen entsprechend gut geht. Sie hat direkt nach der Geburt wieder gefressen und läuft mit den anderen mit als wäre nichts gewesen. Lediglich hinten läuft sie noch etwas wackelig, aber das bekommen wir auch noch in den Griff. Ich muss jetzt gucken, ob ich weiterhin mit ihr züchten möchte, da sie doch sehr klein ist und ich vermute, dass es daher zu Komplikationen gekommen ist.

19.03.2016

Um uns nicht noch mehr Kummer zu bereiten hat Nonna dann eine vorbildliche Geburt hingelegt und uns mit einem kleinen weißen Bock beglückt. Sofern sich der Kleine entsprechend entwickelt, würde ich ihn gerne zur Zucht einsetzen. Aktuell soll er aber natürlich erst einmal gesund bleiben und hoffentlich bald mit der kleinen Milka über die Wiese toben. Auch Nonna ist eine tolle Mutter und sehr vorsichtig, wer ihrem Nachwuchs begrüßen darf. Die jungen Mädels haben da nichts zu lachen. Lustigerweise hat Nonna in ihrem gesamten Leben (also auch vor der Zeit bei mir) immer nur Bocklämmer gebracht. Auch mit unterschiedlichen Böcken gab es immer nur Jungs. Aktuell sieht sie, trotz Lamm bei Fuß, absolut top aus und nicht ausgemergelt oder ähnliches. Sollte sie sich bis zum Herbst wieder genauso gut erholen, darf sie auch im nächsten Jahr ein Lamm groß ziehen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

20.03.2016

Um etwas mehr Gewissheit zu haben, ob und wenn ja wann wir mit den nächsten Lämmern rechnen können, mussten die Damen der Schöpfung einmal zur Kontrolle antreten (überflüssig zu erwähnen, dass sie das natürlich nicht besonders toll fanden). Einige schnelle Blicke später stand dann fest, bis auf Jolanta (war zu erwarten), Josefinchen und Clara haben alle restlichen Schafe angefangen aufzueutern. Josefinchen und Clara sind noch Wackelkanditaten. Leider kann man bei beiden noch keinen Bauch erkennen, dann hätte man ja einen kleinen Anhaltspunkt. Der große Schwung Lämmer scheint dann in drei bis vier Wochen zu kommen. Hoffentlich geht diesmal alles glatt.

06.04.2016

Den Tag werde ich mir wohl rot im Kalender anstreichen müssen. Morgens schon mit leichtem Bauchweh zur Wiese gefahren, bewahrheiteten sich meine Befürchtungen schon bald. Ein kleines nasses Lämmchen lag schreiend auf der Wiese. Armes kleines Ding. Spätestens da war klar, irgendwas ist schief gelaufen. So ein kleines Lamm und keine Mutter. Diese habe ich wenige Meter weiter im Unterstand gefunden. Leider hat sie es nicht geschafft. Vermutlich hat die kleine Lotta bei der Geburt gestrampelt und so Lisbet verletzt. Selbstverständlich habe ich das kleine (immer noch lauthals schreiende) Lamm ins Auto gepackt und bin direkt wieder nach Hause gefahren. Unser erstes Flaschenlamm. Und das aus einem so traurigen Anlass. Zum Glück sind alle bei uns tierlieb und haben sich direkt um die kleine Lotta gekümmert. Und Lotta hat Überlebenswillen und die Flasche recht schnell akzeptiert. Ich hoffe natürlich sehr, dass sie es schafft und in jedem Fall darf sie bei uns bleiben.

Um aus Lotta ein echtes kleines Schaf zu machen, sind wir direkt am Nachmittag noch einmal zur Wiese gefahren. In den paar Stunden am Vormittag hatten sowohl Momo als auch Emma ebenfalls gelammt. Momo hat einen langbeinigen schwarzen Bock bekommen, den ich Mc Gee getauft habe und Emma hat mich mit einem kräftigen braunen Mädchen überrascht. Leider wollte keine der beiden Mütter sich überreden lassen, Lotta mit groß zu ziehen.

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16.04.2016

Seit Doro mit ihrer Tochter Clara zu uns gekommen ist, habe ich das Gefühl, dass sie permanent auf der Flucht ist. Nicht wortwörtlich, aber da ist etwas in ihren Augen. Im Vergleich zu den ersten Tagen hat sich ihr Verhalten schon enorm verbessert, aber ein Schaf zum Anfassen wird sie wohl nie (ganz anders als ihre Tochter). Als der kleine Dante dann morgens neben ihr lag war es, wie ich es vermutet (oder befürchtet) hatte. Doro war so nervös wie am Anfang und immer möglichst weit weg von uns Menschen und von den anderen Schafen. Auf ihr schwarzes Bocklamm passt sie aber auf wie ein Luchs. Nach wenigen Tagen hat sie sich, zu meiner Überraschung, aber wieder beruhigt. Sie befindet sich immer in der Nähe von Dante und ich habe sie noch nie nach ihrem Sohn rufen gehört. Sie ist also eine wirklich tolle Mutter.

18.04.2016

Lange drauf gewartet, gehofft und gebangt und Blanca hat ein Einsehen gehabt. Ich habe mir so sehr ein braunes Mädchen aus der Kombination mit Jupp erhofft und bin natürlich jetzt mehr als glücklich, dass es genauso gekommen ist. Balea ist im Moment noch sehr schmal, dafür langbeinig (will wohl mal Model werden) und ich bin super gespannt, wie sie in einem Jahr aussieht. Balea ist die Übermutter (und ich dachte Marie wäre nicht zu toppen) und schreit lauthals (und sehr ausdauernd) sobald sich die Kleine zu weit weg bewegt. Und da Balea top fit ist, bleibt sie natürlich nicht mehr bei Mama, wenn die Halbgeschwister ihren Spaß haben und über die Wiese toben. Blanca tut mir schon manchmal ein bisschen Leid. Seit dem Balea auf der Welt ist habe ich zum ersten Mal ihre Stimme gehört. Sängerin wird aus ihr nicht mehr. Ziemlich laut und schräg. Aber die Hauptsache ist, dass sie sich gut um ihren Nachwuchs kümmert.

23.04.2016

Es ist ja immer so, man fährt morgens aufgeregt zur Wiese und hofft auf das nächste (gesunde!) Lamm. Man sucht direkt nach den üblichen Verdächtigen und ist ein wenig enttäuscht (und insgeheim auch ein wenig erleichtert), wenn dann noch keine neuen Lämmer auf einen warten. An diesem Morgen hatte ich die Rechnung aber ohne Linda gemacht. Die kleine zierliche schwarze Aue hatte ich irgendwie noch gar nicht auf dem Zettel (da standen ganz oben ein paar rundliche braune Tiere), aber umso glücklicher bin ich, dass Linda die kleine Liv ganz alleine zur Welt gebracht hat und eine wirklich tolle Mutter ist. Anders als die anderen ist sie lieber mit (frischem) Lamm direkt bei der Herde, anstatt sich etwas von den anderen abzusondern. Noch ist Liv ein wenig mein Sorgenkind, nicht weil sie nicht fit ist, sondern weil sie wirklich winzig ist. Gerade mal eine Handvoll. Aber vom ersten Tag an super lebendig und ziemlich lautstark, wenn Linda sich nur einen Meter weg bewegt hat. Ich freue mich sehr, dass Linda uns mit einem braunen Mädchen überrascht hat. Linda selber ist eher zierlich und kleiner als die anderen (scheint in der Familie zu liegen), gefällt mir aber vom Körperbau und vom Gesicht trotzdem gut, obwohl sie keine überragenden Noten bekommen hat. Liv wird hoffentlich, wenn sie sich entsprechend entwickelt, unsere Zucht aufwerten.

25.04.2016

Ein Anruf mitten in der Nacht (ok, es war erst halb zehn) und alles steht senkrecht im Bett. Die Information unserer Verpächter war nur, eins von den kleinen braunen Schafen bekommt gerade ein Lamm und es gibt Komplikationen. Also ab ins Auto und los gefahren. Keine zehn Minuten später hatte ich die Übeltäterin im Schein der Taschenlampe vor mir stehen. Mit Lamm bei Fuß. Scheinbar war es ein Fehlalarm. Aber lieber einmal zu viel hingefahren als einmal zu wenig. Alpina hat ein schönes braunes Bocklamm zur Welt gebracht. Auch sie ist, obwohl es ihr erstes Lamm ist, eine sehr gute Mutter und bleibt lieber etwas Abseits. Sie kümmert sich rührend um ihren Sohn, der von mir den Namen Aik bekommen hat.

18.05.2016

Heute ist das vermutlich letzte Lamm für dieses Jahr geboren worden. Es würde mich doch sehr überraschen, wenn Jolanta und Josefinchen doch noch Lämmer bekommen würden. Aber ganz unmöglich ist es natürlich nicht. Als ich heute morgen Lotta gefüttert habe, war gleich klar, bei Melitta ist es heute (endlich!) so weit. Sie war ganz aufgeregt, lief hin und her, war sehr ungehalten zu den anderen Lämmern (ist sie sonst nicht), hat gescharrt und sich hingelegt. Also schnell meine bessere Hälfte angerufen, immerhin war ich auf dem Weg zu Arbeit, und so hat Melitta in seinem Beisein einem kleinen braunen Bock das Leben geschenkt. Sie macht ihre Sache als Mutter großartig (wie der Rest auch) und ist absolut fürsorglich. Der Kleine war heute mittag dann schon ganz schön fit und hat die Weide erkundet. Wirklich erstaunlich, dass diese winzigen Geschöpfe schon so fit sind. Er hat schon ziemlich große „Hornplatten“ auf seinem Schädel (hatten die anderen alle nicht) so dass ich absolut gespannt bin, wie sich seine Hörner entwickeln.

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Abschließend…

…auch wenn es sicherlich nicht das schönste Lammjahr war, bin ich froh, dass die Mädels alle so gute Mütter sind und sich wirklich toll um ihren Nachwuchs kümmern. Ich freue mich über jedes einzelne der Lämmer und darauf, ihre weitere Entwicklung miterleben zu dürfen. Besonders erleichtert war ich, dass alle Lämmer direkt nach der Geburt top fit waren und die Mütter alle Hände voll zu tun haben. Das so viele braune Lämmer dabei sind lässt mein Züchterherz in jedem Fall höher schlagen. Den kleinen weißen Bock habe ich auch, wie bestellt, bekommen, daher kann ich ja eigentlich nur zufrieden sein. Die Bocklämmer haben bis jetzt alle schon tolle Hornansätze (und das mit nur ein paar Wochen), daher gehe ich davon aus, dass Jupp seine Hornstellung (die ich persönlich absolut top finde) gut vererbt hat. Mal sehen, vielleicht darf er in diesem Jahr noch einmal für Nachwuchs 2017 sorgen. Die Planungen laufen auf Hochtouren.

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